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Vögel

Insektenfangende Mehlschwalben verkünden in Nürensdorf den Frühling, während blitzschnell herumfliegende und schrill rufende Mauersegler im Sommer das Dorfbild von Bassersdorf prägen. Auch Schleiereulen und Turmfalken brüten in beiden Gemeinden. Und ab und zu sucht ein Storch Nahrung auf den Äckern und Wiesen. Doch der Schein trügt.


In unseren Gemeinden sind die Vögel stark unter Druck geraten: Vor wenigen Jahren wurde in Bassersdorf eine Wiese überbaut, in der noch bis wenige Jahre vorher der Kiebitz heimisch war, um ein aktuelles Beispiel zu nennen. Bereits ältere Beispiele sind:

  • Feldlerchen brüteten zuletzt 1998 zwischen Hakab und Breite
  • die letzten Dohlen wurden 1992 in Nürensdorf gesichtet
  • der Gartenrotschwanz brütete 1991 zuletzt in Hakab
  • Ende der 80-er Jahre des letzten Jahrhunderts verschwand die Hohltaube aus unseren Wäldern

Die Vögel, insbesondere die Spezialisten unter ihnen, sind Indikatoren für den Zustand und die Vielfältigkeit einer Landschaft. Die einzelnen Vogelarten haben in einer Gemeinde nur Bestand, wenn für sie geeignete Brutmöglichkeiten, Futterangebot und Rückzugsplätze vorhanden sind. 

Die Gemeindegebiete von Nürensdorf und Bassersdorf unterlagen im letzten Jahrhundert einer grossen Veränderung, vor allem im Siedlungs- und Kulturland. Wichtige Stichworte sind: Bevölkerungswachstum, Ausdehnung des Siedlungsraumes, Meliorationen mit Entwässerung der Feuchtwiesen und Trockenlegung oder Kanalisation von Bachläufen, Rückgang der Anzahl Landwirtschaftsbetriebe, Intensivierung der Landwirtschaft, Verschwinden von Obstgärten und Hecken etc.

Der Wald – durch das weitsichtige schweizerische Waldgesetz seit knapp 150 Jahren in seiner Ausdehnung nicht gefährdet, bis in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts jedoch als reiner Wirtschaftswald mit Fichtenmonokultur bewirtschaftet – wurde in den letzten Jahrzehnten auch unter ökologischen Aspekten bewirtschaftet. Er entwickelt sich in Richtung eines gut strukturierten Mischwaldes.

Beide Gemeinden können sich glücklich nennen, an ihren Grenzen je ein wertvolles überkommunales Naturschutzgebiet zu haben: in Basssersdorf das ehemalige Kiesgrubenbiotop Gubel und in Nürensdorf das Eigental mit Weiher und Orchideenwiese. Beide Naturschutzgebiete sind nicht nur Amphibienlaichgewässer von nationaler Bedeutung, sondern auch für die Vogelwelt wertvolle Lebensräume.


Vögel  schon immer ein grossen Anliegen des NBN
Der NBN hiess 1933 bei seiner Gründung „Vogelschutzverein Bassersdorf“. Wie der Name sagt, standen am Anfang die Vögel im Vordergrund. Später verbreiterte sich das Grundverständnis, wie bei vielen anderen Naturschutzvereinen auch. 

Engagierte Mitglieder des NBN erstellten 1996/97 ein ornithologisches Inventar der Gemeinde Nürensdorf. In diesem erfassten sie systematisch die Vogelarten und Anzahl Brutpaare auf dem ganzen Gemeindegebiet. Die Schlussfolgerungen, die aus diesem Inventar gezogen werden können, zeigen Möglichkeiten auf zur Förderung der verschiedenen Vogelarten und ganz allgemein zur Verbesserung der Biodiversität.  

Nistkastenpflege
Der NBN begann in den 80-er Jahren, in den Wäldern Nistkästen aufzuhängen. Gegen 600 Kästen hängen in der Gegen und rund 20 freiwillige Helferinnen und Helfer pflegen diese im Winter. Auslöser für das Aufhängen von Nistkästen war das geringe Nistangebot für höhlenbrütende Vögel. Auch wenn es heute deutlich mehr natürliche Höhlen gibt, werden die Nistkästen von Meisen, Kleibern, Baumläufern, Spatzen und selten von einem Trauerschnäpper gerne angenommen. Entlang der Bäche wurden Nistkästen für Wasseramseln und Bergstelzen und im Siedlungsraum Nisthilfen für Mehlschwalben, Mauersegler, Schleiereulen und Turmfalken angebracht. Die Nisthilfen an den Gebäuden haben heutzutage eine immer grössere Bedeutung, da der Nistplatzverlust stetig zunimmt (moderne abgedichtete Bauweise ohne Einschlupf-Lücken für Mauersegler, keine Zugänge mehr ins Innere von Scheunen für Schleiereulen und Turmfalken, keine lehmhaltigen Pfützen auf  Bauernhofvorplätzen und dadurch kein Nestbaumaterial für Mehlschwalben). 
Durch die Unter-Schutz-Stellung von ökologisch wertvollen Objekten, vorwiegend im Landwirtschaftsgebiet, treten die Gemeinden Bassersdorf und Nürensdorf dem sich abzeichnenden Biodiversitätsverlust entgegen. Auch die Landwirte fördern mit ökologischen Ausgleichsflächen den Lebensraum für Fauna und Flora. Es gibt jedoch noch viel zu tun für ein Aufhalten des Biodiversitätsverlustes und hin zu einer vielfältigen naturnahen Landschaft mit einer reichhaltigen Vogelwelt.

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